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Los 1549
Ausruf 30 €
Glückstädter Heringsfischerei AG
Glückstadt, Aktie 100 DM Jan. 1958 (Auflage
3360, R 5) EF. #14. (5)
Gründung 1933 mit 6 Heringsloggern, Heringsfang mit zuletzt 10 Motor-
schiffen und -loggern. Mit der zunehmenden Überfischung der Nordsee
und dem erhöhten Einsatz von Fischfabrikschiffen wurde die von der
Glückstädter betriebene Loggerfischerei unrentabel. Der Betrieb wurde in
den 60er Jahren mit hohen Verlusten eingestellt.
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Los 1550
Ausruf 30 €
Gottfried Lindner AG
Ammendorf / Nürnberg, Aktie 100 DM März 1963
(Auflage 2000, R 7) UNC-EF. #6651. (26)
Gründung 1823, AG seit 1905. Erzeugnisse: Waggons, Straßenbahnwa-
gen, Omnibusaufbauten, Lastanhänger, Flachsraufmaschinen. Werke in
Ammendorf, Berlin, Dresden, Gaggenau, Köln, Königsberg, Hamburg und
Nürnberg. Der Karosseriebau wurde 1928 an die Ambi-Budd-Presswerke
in Berlin verkauft. 1949 teilte sich die Geschichte: In Nürnberg wurde der
zweite Hauptsitz angemeldet, die Werke Nürnberg, Gaggenau (Baden),
Berlin-Tempelhof und Köln gingen wieder in Betrieb. 1952 Abschluß eines
Pacht- und Lizenzvertrages mit der Waggonfabrik AG in Rastatt, dessen
Kündigung 1956 wegen nicht ausreichender Rentabiliät der Anfang vom
Ende war: 1965 kam im Westen der Konkurs. Das Werk Ammendorf wur-
de 1949 entschädigungslos von einer sowjetischen Aktiengesellschaft in
Besitz genommen. Nach der Wende gehörte es zuletzt zur Daimler-Toch-
ter Adtranz, die dann von Bombardier übernommen wurde. 2004 kam
trotz erbitterter Gegenwehr von Belegschaft und Landesregierung das
Aus auch für das traditionsreiche Ammendorfer Werk.
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Los 1551
Ausruf 40 €
Graphitwerk Kropfmühl AG
München, Aktie 100 DM Mai 1952 (Blankette,
R 8) UNC-EF. (72)
Zwei kleine Vignetten mit Schlegel und Hammer.
Rückseitig entwertet.
Gegründet 1870, AG seit 1916. Die Gesellschaft betreibt in Kropfmühl
(nach Wiedereröffnung im Jahr 2012) das einzige Bergwerk für makrokri-
stallinen Graphit in der Europäischen Union. Im Segment hochgereinigte
Graphite gehört GK zu den weltweit größten Anbietern mit eigenen Roh-
stofquellen auch in China, Sri Lanka und Zimbabwe. Zweites Standbein
ist das Segment Siliciummetall, wo GK der einzige deutsche Hersteller ist,
mit Töchtern in der Tschechei und England. Aus diesem Stoff werden in
der Chemieindustrie Silikone und in der Alu-Guss-Industrie Fahrzeugteile
hergestellt. Die Kleinaktionäre dieser bis dahin in München börsennotier-
ten AG wurden im Okt. 2012 durch squeeze-out herausgedrängt, danach
Einstellung der Börsennotiz.
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Los 1552
Ausruf 30 €
Großkraftwerk Franken AG
Nürnberg, Aktie 100 DM März 1952 (Auflage
4210, R 7) UNC-EF. #4716. (19)
Eine der seltensten fränkischen DM-Aktien, weniger
als 50 Stück blieben erhalten.
Gründung 1911 durch die Stadtgemeinden Nürnberg und Fürth sowie die
Elektrizitäts-AG vorm. Schuckert & Co. 1913 Inbetriebsetzung des
Dampfkraftwerks Gebersdorf. 1920-22 Ausbau einer Regnitzwasserkraft
in Hausen bei Forchheim (Ofr.). Ab 1922 enge Zusammenarbeit mit der
Rhein-Main-Donau AG (u.a. gemeinsame Betriebsführung der RMD-Was-
serkraftwerke Kachlet und Viereth). 1958 Inbetriebnahme des Pump-
speicherwerks Happurg. 1967 Fertigstellung des Kraftwerks Franken II in
Kriegenbrunn. Stromlieferungen ausschließlich an Weiterverteiler (u.a. E-
nergie- und Wasserversorgung AG sowie Verkehrs-AG Nürnberg und die
Stadtwerke Fürth) und industrielle Großkunden. Mehrheitsaktionär war
lange Zeit die Stadt Nürnberg. 2001 in der
E.ONBayern AG aufgegangen.
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Los 1553
Ausruf 60 €
Grosskraftwerk Mannheim AG
Mannheim, 6,5 % Teilschuldv. 200 DM Juni 1949
(Muster, R 10) EF. (1)
Eine der allerersten Industrieanleihen nach der Wäh-
rungsreform überhaupt. Die Anleihe von 10 Mio. DM
war mit einer Bürgschaft des Landes Baden-Würt-
temberg ausgestattet. Abheftlochung.
Gründung 1921 durch die Stadt Mannheim, die Pfalzwerke, das Baden-
werk, die Neckar-AG und die Rhein-Haardt-Bahngesellschaft. Betrieb eines
Großkraftwerks und Abgabe des Stroms an die Großaktionäre zu Selbstko-
sten. Seit 1954 mit Inbetriebnahme des Werk II 600 m stromabwärts vom
Stammwerk auch Stromlieferungen an die Deutsche Bundesbahn. Weitere
Heizkraftwerksblöcke wurden in den 70er und 80er Jahren in Betrieb ge-
nommen. Seit 2002 ist die RWE Power AG neuer Großaktionär.
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Los 1554
Ausruf 150 €
GRUNDIG AG
Fürth/Bay., Sammelaktie 10 x 50 DM Dez. 1976
(Probedruck des gestaltungsrelevanten Tief-
drucks, der anschließend im indirekten Hochdruck
einzudruckende Text fehlt, R 10). UNC-EF. (16)
Dekorativ, mit Grundig-Firmensignet und großem
Porträt von Max Grundig in Form eines Fernsehbil-
des. Dieses Stück dürfte es eigentlich gar nicht ge-
ben (und wir haben etwas ähnliches auch noch nie
zuvor gesehen), denn in diesem “halbfertigen” Zu-
stand darf nach allen Regeln der Kunst eigentlich nie-
mals eine Aktie die Wertpapierdruckerei verlassen!
Nur vier Exemplare wurden jetzt verfügbar.
1930 wurde in Fürth die Firma “Radio-Vertrieb Fürth Grundig & Wurzer” (RVF)
gegründet. Im 2. Weltkrieg produzierte die Firma Transformatoren, elektrische
Zünder und Steuerungsgeräte (u.a. auch für die V1-Marschflugkörper und die
V2-Rakete). Nach dem 2. Weltkrieg stieg Max Grundig (geb. 1908 in Nürnberg,
gest. 1989 in Baden-Baden) in einer ehemaligen Blechspielwarenfabrik in
Fürth in der Jakobinenstr. 24 mit einem genialen Trick in die Produktion von
Rundfunkgeräten ein: Zwar war der Bau von Rundfunkgeräten genehmi-
gungspflichtig und der Verkauf streng bewirtschaftet. Aber das umging Grun-
dig, indem er seinen Rundfunkempfänger “Heinzelmann” als auch für Laien
kinderleicht zu montierenden Bausatz lieferte und mit diesem offiziell als tech-
nischer Baukasten deklarierten “Spielzeug” die Genehmigungs- und Bezugs-
scheinpflicht umschiffte. 1948 erfolgte die Gründung der “RVF Elektrotechni-
sche Fabrik GmbH”, die nach der Währungsreform 1949 in “GRUNDIG Radio-
Werke GmbH” umbenannt wurde. Die Verbundenheit zur Stadt Fürth wurde
durch die Aufnahme des Fürther Wappens mit dem Kleeblatt in das Grundig-
Firmenlogo unterstrichen. Schon 1947 war mit dem Bau einer neuen Fabrik in
der Fürther Kurgartenstraße begonnen worden. Ende 1949 hatte Grundig be-
reits 1.000 Mitarbeiter und 150.000 Radios produziert. Der Werkssender im Di-
rektionsgebäude (heute Rundfunkmuseum Fürth) sendete im Herbst 1951 das
erste regelmäßige deutsche Fernsehprogramm der Nachkriegszeit, und im
gleichen Jahr begann auch die Produktion von Fernsehgeräten. 1952 war
Grundig bereits der größte Rundfunkgerätehersteller in ganz Europa und
wuchs rasant weiter. Konkurrenten wurden in rascher Folge aufgekauft, dar-
unter auch die Adlerwerke und Triumph. Diese fusionierten 1956 zur Triumph-
Adler AG und produzierten fortan nur noch Büromaschinen (Grundig verkauf-
te TA, zu der Zeit der fünftgrößte Büromaschinenhersteller der Welt, 1968 an
den US-Konzern Litton Industries). Mit einem Werk für Tonbandgeräte in Bel-
fast (Nordirland) entstand 1960 das erste ausländische Werk, dem 1965 eine
Fabrik für Autoradios in Braga (Portugal) folgte. Auch die Werksanlagen auf
der Fürther Hardhöhe und in Nürnberg-Langwasser wurden ständig vergrö-
ßert. 1972 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Anfang der
1980er Jahre war der Höhenflug vorbei: Aufkommende Konkurrenz aus Fer-
nost führte zu Umsatzeinbrüchen. Mit anfangs 24,5 % wurde der niederländi-
sche Konkurrent Philips als Aktionär in’s Haus geholt. Philips stockte 1984 auf
31,6 % auf und übernahm die unternehmerische Führung. Der Firmengründer
Max Grundig schied aus der Unternehmensleitung aus. Die Zahl der Beschäf-
tigten, die auf dem Höhepunkt in 20 inländischen und 5 ausländischen Wer-
ken bei fast 40.000 gelegen hatte, schrumpfte bis 1985 auf unter 20.000. Doch
auch Philips bekam die Probleme nicht in den Griff und gab Grundig unter tat-
kräftiger Mitwirkung der um die Arbeitsplätze besorgten Bayerischen Staats-
regierung 1988 an ein bayerisches Konsortium unter Führung des Elektronik-
Unternehmers Anton Kathrein ab. Doch die Probleme blieben, Werksschlie-
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